OMG: Drastische Strafen für Journalisten die direkt von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko berichten

Photo: Ltljltlj
Jetzt dampft die Ölpest aber richtig! Schon jemand die neuesten Medien nach der Ölpest durchforstet? Denn jetzt knallt´s richtig. Journalisten dürfen nicht mehr Ihrer Arbeit nachkommen: Es dürfen keine Bilder mehr von den ölverschmierten Tieren gemacht werden, die im Golf von Mexiko quallvoll verenden, weil eine gewisse Ölgesellschaft, namentlich BP, eine irre Naturkatastrophe zu verantworten hat. Und hey – dass mit dem “keine Bilder mehr machen” ist kein Witz! Hier mal ein Snippet von Gulli:
Die Küstenwache am Golf von Mexiko setzt eine Strafe in Höhe von 40.000 US-Dollar für alle Journalisten und Fotografen aus, die unmittelbar von der Ölkatastrophe berichten wollen. Wer näher als rund 20 Meter ans Geschehen will, braucht nun eine ausdrückliche Erlaubnis.
Und das dieses verbot auch hartnäckig durchgesetzt wird, zeigt ein aktuelles Beispiel:
Offenbar gilt dort: Was nicht fotografiert werden soll, das nicht fotografiert werden darf. Niemand darf sich mehr ohne ausdrückliche Erlaubnis der Ölkatastrophe nähern. Georgianne Nienaber, eine Mitarbeiterin der Huffington Post, der BILD-Zeitung unter den US-amerikanischen Publikationen, wurde jetzt angezeigt, weil sie absichtlich an der Küste Fotos von verendenden Vögeln gemacht hat. Man wirft ihr eine „Class D Felony“ vor, eine Straftat von einer Schwere ähnlich einer Körperverletzung.
Aber es kommt noch dicker: Wer sich diesem Verbot widersetzt, und doch Fotos von den Auswirkungen des Öl-Desasters (ohne Erlaubnis) macht, kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug oder 250.000 Dollar Geldstrafe sanktioniert werden. Kurzum interpretiert: “Wer dem Recht nach FREIEM Journalismus nachkommt, wird metaphorisch gesehen mit der Guillotine bestraft!”
Aber das allergeilste an der Sache ist ja die Begründung – warum denn nu´ keine Fotos mehr von der HARTEN UND RAUEN REALITÄT im Golf von Mexiko gemacht werden dürfen:
[..] das Verbot habe man lediglich zum Schutz aller Personen erlassen, die an der Begrenzung des Ölaustritts beteiligt seien. Und: Man höre und staune zum Ziel des Umweltschutzes
Scheisse! Man weiss doch echt nicht ob man über diese Real-Satire lachen oder weinen soll.
Bilder vom US-Strand verboten (via Fefe / meedia)
P.S. – Was damit bezweckt werden will, sei mal dahin gestellt. Aber formulieren wie es mal so: Wenn weniger “Katastrophen Bilder” vom Desaster gezeigt werden, wird BP´s Image nicht noch mehr leiden, wie bisher und die Medien stürzen sich auf andere “Schlachtzeilen” … und irgendwann .. haben wir alle vergessen, wie schlimmt die Katastrophe gewesen war! Welche Ausmasse Sie angenommen hat …
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Geblogged am 05 Jul 2010
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http://www.neidgruen.de/2010/07/05/journalismus-direkt-von-der-olkatastrophe-per-gesetz-verboten/ Journalismus direkt von der Ölkatastrophe: Per Gesetz verboten! | Mexiko, Journalisten, Schlussstrich, Meter, Fotografen, Erlaubnis | Neidgruen.de


