Wikipedia-Gründer Jimmy Wales kritisiert Wikileaks: „Sie sind kein Wiki“
Jimmy Wales, Mitbegründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia, distanzierte sich heute entschieden von der Enthüllungsplattform Wikileaks. Er beklagte sich über die Namensgebung des Projektes und nannte ernste Bedenken, ob es wirklich sinnvoll sei „absolut alles zu publizieren“, wie Wikileaks es vorhabe.
Jimmy Wales dürfte da wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen haben. 1) Vor einigen Monaten wurden auf Wikileaks geheime US-Dokumente unzensiert veröffentlicht, in denen sämtliche Operationen der USA bis 2010 im Afghanistankrieg, geschildert worden sind. Wie gesagt, “unzensiert”. Jede Menge Namen von einheimischen wurden dabei genannt, die mit den USA kooperierten. Die leben nun in ständiger Angst vor Racheaktionen. Nicht unbegründet. 2) Selbige Dokumente, die der Ney York Times ebenfalls zugespielt worden sind, wurden von den bearbeitenden Journalisten zensiert. Namen wurden gestrichen. Um die Quellen zu schützen, so wie es im “guten” Journalismus nun mal der Fall ist. 3) Wikileaks hat im Grunde rein gar nichts mit Wikipedia zu tuen, oder der Wikimedia Foundation – was bei vielen, der Namensgleichheit, für Verwirrungen sorgt. Negative Schlagzeilen für Wikileaks, wie zuletzt im Falle des deutschen Sprechers Daniel Schmitt, wirken sich folglich auch auf die Wikimedia Foundation aus.
Wales Sorgen um den guten Ruf “seiner” Wissens-Community dürfte so alle Male berechtigt sein.
Photo Credit: MickStephenson [Wikimedia]
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Geblogged am 29 Sep 2010



