Schokoladen Kindersklaverei: Endstation Elfenbeinküste

3 Millionen Tonnen Schokolade werden jährlich verputzt. Spitzenreiter im Konsum, sind wir. Die Deutschen. Aber was weisst Du über Schokolade? Das Sie sündhaft lecker ist? Schmackhaft? Einfach ein purer Genuss ist? Dass es sie in den unterschiedlichsten Variationen, Farben und Geschmacksrichtungen gibt? Oder das Sie gesund sein soll? Das sie vor Herzinfarkten schützen und genau wie Rotwein mehr krebskillend als Medikamente sein soll? Wie Aspirin wirkt? Das Schokolade bei Liebeskummer, ein guter Freund sein soll, auf den man sich verlassen kann? Das der zarte, milchige Kakao Gennus bei Frauen Glückshormone freisetzt?

Was weisst Du wirklich über Schokolade? Oder anders gefragt, was glaubst Du zu wissen?

Der NDR wollte es genauer wissen. Oder ne, so stimmt das eigentlich auch nicht. Der NDR wollte gar nicht genauer wissen, was eigentlich Schokolade ist, sondern mehr über die Produktion erfahren. Oder ganz anders forumliert: Wo kommt eigentlich die Kakaobohne her? Und wer schlägt sie per Machete vom Kakao-Baum?

Ein Journalist und ein Kamerateam begaben sich in die Höhle des Löwen, um herauszufinden, ob was an den Gerüchten dran ist, dass Kinder für des deutschten liebsten Genussmittels schuften müssen und ausgebeutet werden. Präziser ausgedrückt: Ein Team Neugieriger begab sich auf an die Elfenbeinküste. Dem Land, mit dem grössten Produktionsvolumen an Kakaobohnen weltweit.

Die dort ansässigen Kakaobohnen Giganten, die Vermarkter der leckeren Frucht, die unter anderem Unternehmen wie Nestle mit Böhnchen beliefern, streiten Kinderarbeit vehement ab. Einerlei wo, ob in Pressemitteilungen oder Interviews. Man will ja das gute Image der Industrie wahren, gell?

Nun denn. Was wir also bis jetzt haben, sind Gerüchte, die besagen, dass Kinder als Sklaven auf Kakao-Plantagen arbeiten und die Industrie, die dies abstreitet. Was stimmt nun?

Wo wir wieder bei unserem forschen Team wären, das Antwort auf diese Frage suchte. Was machte man also? Kontrollierte (incongnito) wie es denn nun wirklich auf den ländlichen Feldern unweit der Hauptstadt abgeht:


(Sklaven der Kakao-Industrie)

230 für ein Kind
Man muss sich das echt mal auf der Zunge zergehen lassen. Die Redewendung passt gerad gut zum Thema Schokolade, wenn der Kern in diesem Fall was niederträchtiges in sich birgt.

Es obliegt mir in dem Moment auch nicht – ernsthaft, mit aller Weisheit, über diese Thematik zu philosophieren, weil ich kein Schokoladen-Industrie-Insider bin und nicht wirklich weiss, wie der Hase in dem Jargon läuft. Aber ich glaube, was ich sehe. Und das gefällt mir nicht!

Damit meine ich jetzt nicht, die scheinbare Scheinheiligkeit einiger namhafter Schokoladenriesen die zig Milliarden Euro jährlich umsetzen, und nur eine geringfügige Summe an Hilfsorganisationen spenden, die wahrscheinlich noch von der Steuer abgesetzt wird, auch nicht den Fakt dass allem Anschein nach bei pimaldaumen 230 Euro, Kindersklaverei beginnt, sondern vielmehr jenen, dass die ganze Welt zusieht. Und nur in einigen wenigen Fällen – Beispiel Interpol – eingreift. Mittel, Wege und Möglichkeiten sind doch gegeben. Aber die Politiker und Mächtigen dieser Welt schauen (meist nur) zu, reden mal gelegentlich drüber ohne konkrete Handlungen – und warum? Mmh .. ja .. warum eigentlich … Ah. Stimmt ja! Für´s “Gutes Tuen” gibt´s ja keine Pensionserhöhungen ..

Wie im Fall des Textildiscounters KIK.

Photo Credit: Chocolate cakes from Gaulupeau, Versailles – Flickr User Canon S3 IS in Paris, France




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Geblogged am 27 Okt 2010

  • http://www.sumit-online.de/ Sumit

    Hab die Doku gestern im TV gesehen. Fand ich auch richtig krass… aber den Deutschen(!!!) kann man leider nicht dazu bringen auf Schoki zu verzichten.

  • http://www.blokster.de/ Sebastian “Choco” Canel

    Hey Sumit,

    Denke mal das Problem ist nicht der Konsum – sondern vielmehr die gesamte Mentalität. Jeder Bürger will billig seine Produkte haben. Die Unternehmen wollen geringe Kosten haben, um Wettbewerbsfähig zu bleiben. Und schon haben wir den Salat .. ich mein, da wo die Länder uns Bürger schon rund um die Uhr kontrollieren – sollten Sie da nicht auch die Unternehmen rund um die Uhr überwachen?

  • http://medienstammtisch.com/ Nancy

    Gut, dass mal aufgeklärt wird über diese Missstände. Aber fürchte auch, dass man die Mentalität nicht von heute auf morgen und auch nicht auf übermorgen ändern können wird. Dafür sind die Menschen einfach viel zu sehr auf “billig-einkaufen-koste-es-was-es-wolle” gepolt, kaum einer schaut hinter die Kulissen. Und dass sich die Industrie wieder nur von ihrer “Schokoladen-Seite” zeigt ist ja mal wieder typisch…

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