Die KiK-Story 2: Zensurversuch gescheitert
Vor fast einem dreiviertel Jahr zeigte die ARD, die NDR Reportage “Die KiK-Story: Die miesen Methoden des Textildiscounters“. Der Film von Christoph Lütgert erlangte Bekanntheit und errgete viel Aufsehen, weil er die Machenschaften des Textil Discounters KIK scheinbar schonungslos offen legte. Die Reportage dokumentiert die gewieften Methoden der medienscheuen Firma, die scheinbar Unmengen an Geld auf Kosten der Belegschaft scheffelt. Und mit Belegschaft ist der kleine Angestellte in einer KIK-Filiale genauso gemeint, wie die Schneider in den “dritte Welt” Ländern, die für einen Hungerslohn sich die Finger wund nähen. KIK wird vorgeworfen, mit drastischen Spar Methoden, die eigenen Mitarbeiter zu terrorisieren, auszunutzen und auszubeuten, wo immer es “rechtlich” möglich ist.
Die Reportage über das Unternehmen, für das Verona Pooth Ihren Kopf als Werbeikone hinhält, gefielen die Anschuldigungen allerdings überhaupt nicht. Mit allen mitteln versuchte man die TV-Ausstrahlung zu verhindern, um das KIK-Image zu wahren. Was aber nur teils gelang. Die erste, teils zensierte, Fassung der KIK Reportage wurde trotz der Querelen im Fernsehen ausgestrahlt. Wie schon erwähnt, mit Erfolg und einem grossen Publikum.
Gut ein halbes Jahr danach und nachdem der NDR in allen Fragen des Rechtstreits gewonnen hat, wurde die zweite Version der KIK Story ausgestrahlt, die weitere “Zeugen” (z.b. ehemalige KIK Mitarbeiter) aus der Seele und über Ihren Unmut sprechen lässt.
Ein Film macht Schlagzeilen. Vor einem halben Jahr haben wir in “Panorama — die Reporter” erstmals unsere Recherchen zum umstrittenen Textildiscounter KiK präsentiert. Miese Arbeitsbedingungen in Deutschland und in Bangladesch.
Nach der Ausstrahlung versuchte der Textildiscounter, mehrere Aussagen des Films gerichtlich verbieten zu lassen. Beginn eines umfangreichen Rechtsstreits, den der NDR in allen wesentlichen Punkten gewonnen hat.
Entscheidend dafür waren neue Recherchen in Bangladesch, aber auch Zuschriften von hunderten von Zuschauern, die uns nach “Die KiK-Story” geschrieben haben, darunter viele ehemalige KiK-Angestellte, die uns ihre Erlebnisse geschildert und die Befunde bestätigt haben. Und mehr noch: neue Informanten haben uns stapelweise interne Akten zugespielt, die das Bild eines Konzerns mit fragwürdigen Arbeitsmethoden zeichnen.
“Die KiK-Story 2″ präsentiert neue Zeugen und zeichnet den journalistischen und juristischen Krimi der letzten Monate nach.
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Geblogged am 22 Dez 2010
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