Die Tricks der Lebensmittelindustrie – ARTE Doku
ARTE hat gestern abend die NDR-Dokumentation “Die Tricks der Lebensmittelindustrie” ausgestrahlt, die uns einmal mehr vor Augen hält, wie wir Verbraucher doch von den großen Lebensmittel- und Tütenkonzernen alla Knorr, Maggi und Konsorten zum Narren gehalten werden. Dank ARTE7 gibt’s die Dokumentation für die nächsten sieben Tage online zu sehen.
Zwei Beispiele, die mir besonders aufgestossen sind: 1.) Man kennt das, wenn man die Packungen einer Tütensuppe (oder anderen produkten umdreht), da steht das totale fachchinesisch in der Zutaten Spalte drauf. Das dreisteirssinige: Die Produzenten sind nich mal dazu angehalten, alle im Produkt enthaltenen chemischen Zusatzstoffen aufzuführen! Und wir können uns sicher sein, daß das um jeden Preis verhindert werden soll.
2.) Kennt Ihr diese dick auf der Front prangernden Slogans ala “Ohne Geschmacksverstärker”? Ja? Glaubt Ihr das? Tut das besser nicht, denn das ist auch wieder nur so einer der Tricks der Lebensmittelindustrie. Kurz gesagt: Glutamat (ein Geschmacksverstärker, der in der Gastronomie/Restaurants verpönt ist, wird einfach nicht mehr “pur” hinzugegeben, dafür dann aber Hefe-extrakt. Und jetzt ratet mal, was in Hefe-extrakt leckeres drin ist. Exakt! Glutamat.
Der Preiskampf im Supermarkt ist hart. Mit Versprechungen aller Art lockt die Lebensmittelindustrie die Kunden. Aber bekommen die Verbraucher eigentlich das, was sie zu kaufen glauben – Frische, Gesundheit und natürlichen Geschmack? Bei genauerer Prüfung zeigt sich, dass viele Produkte durch Zusatzstoffe oder Pestizide sogar gesundheitsgefährdend sind.
Seit langem fordern Verbraucherverbände verständlichere Deklarationsvorschriften. Trotzdem erlaubt der Gesetzgeber das Geschmacksdoping aus dem Labor und lässt zu, dass zum Beispiel “natürliche Aromen” nicht aus der Frucht selbst stammen müssen, sondern im Labor hergestellt werden können. Kaum ein Kunde durchblickt noch die Zusammensetzung unserer Supermarkt-Nahrung. Doch der Versuch, diese mangelnde Transparenz durch eine verpflichtende Nährwertampel auf den Produkten zu beheben, ist in Deutschland bisher durch massive Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie gescheitert.
Auch der Einsatz von Pestiziden bei der Obst- und Gemüseproduktion ist nach wie vor ein Problem. Ein Großteil der Ware kommt aus dem spanischen Almeria, dem größten Anbaugebiet von Lebensmitteln in Europa. Regelmäßige Messungen zeigen, dass viele verschiedene Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden, oft werden sogar mehr als 15 Substanzen in einem Nahrungsmittel nachgewiesen. Wer weniger von mehreren Pestiziden auf die Felder sprüht, kann die Überschreitung der gesetzlichen Höchstmengen umgehen. Das ist bis heute völlig legal. Kritische Wissenschaftler fordern daher seit langem, den Einsatz mehrerer Pestizide auf einem Feld zu beschränken, denn einige Substanzen verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus.
Fest steht, die Interessen der Hersteller gehen über das Wohl des Verbrauchers. Letztlich kann der Kunde die Lebensmittelindustrie nur durch sein Kaufverhalten steuern.
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Geblogged am 07 Okt 2011
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