Blokster.de über Medien, Konsum, und doch tatsächlich passiertes

Timoresen in der Hauptstadt Dili zelebrieren in Ihrem traditionellen Dress den Jahrestag, der Unabhängigkeit von Timor Leste.
(c) Flickr, United Nations Photo, Creative Commons

Zugegeben, ich glaube nicht, daß das Ergebnis dieser “Studie”, die bei der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Copenhagen Business School entstanden ist, so überraschend kommt: Nach der Schließung von MegaUpload (Megavideo) im Januar 2012 sind die Einnahmen von Kinofilmen spürbar zurückgegangen. Mal abgesehen bei Blockbuster Produktionen, die waren natürlich auch weiterhin Kassenschlager. Jetzt kann man das Ergebnis unterschiedlich ergründen: Es ist schon gut möglich, daß zwischen dem Megaupload Bust und den Ticket-erlösen ein Zusammenhang besteht. Virales Marketing, also Mund-zu-Mund Propaganda war schon immer ein starkes Instrument. Allerdings kann man aber auch die These aufstellen, daß der in Hollywood produzierte Einheitsbrei von jedem Kinofan in unterschiedlichsten Schauspieler Konstellationen schon mindestens 50 Mal gesehen wurde, und ein 51. Mal King of Queens Star Kevin James dabei zuzusehen, wie dieser sich auf der großen Leinwand zum Affen macht, gegen Glasscheiben rennt, gegen Bäüme knallt oder sich ein auf die Fresse hauen lässt, kann, muss aber nicht unbedingt sein.

Laut den Autoren Christian Peukert und Jörg Claussen seien die Einnahmen vieler Kinofilme seit Januar 2012, dem Zeitpunkt der Schließung von Megaupload, messbar zurückgegangen. Lediglich große Blockbuster-Produktionen seien nicht von dem Effekt betroffen gewesen. 1344 Filme in 49 Ländern wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Die Forscher vermuten, dass durch den Stopp des Filehosting-Dienstes die für kleinere Filmproduktionen essentielle Mundpropaganda seltener geworden sei, während das Blockbuster-Kino von teuren Marketingkampagnen profitiert.

Unerwarteter Effekt durch Filesharing – Filmumsätze seit Megaupload-Aus gesunken” [Sueddeutsche]


(c) 20th Century FOX / Borat Film Poster

(der folgende Post wurde hier schon mal veröffentlicht, und dient als “test post” für den relaunch. lesen!, wer freude dran hat)

“Stellt Euch mal vor, Ihr seid Top Athlet in irgendeiner Sportart. Ihr tretet für Deutschland an, landet unter den letzten dreien, steht dann voller Stolz auf dem Sieger Podest und wartet darauf, daß die Töne der Nationalhyme erklingen. So wie ein jedes Mal wenn Ihr auf dem Treppchen steht. Aber was wenn da auf einmal nicht die Nationalhyme (und auch nicht die verbotenen Strophen) gespielt wird, sondern ein Song dessen Text so geht wie: “Fick Dich Deutschland, Fick Dich einfach,” von wem auch immer komponiert.

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